• Alexandra Just

Präsenz, Körpersprache und Timing

Aktualisiert: Jan 26

Du möchtest Vertrauen und eine innere Verbindung zu deinem Pferd aufbauen und bemühst dich um eine pferdegerechte Kommunikation? Dann sind die Prinzipien des Natural Horsemanship genau das, wonach du suchst. Nur, wie fängt man damit am besten an? – Die Antwort ist: mit Präsenz, Körpersprache und Timing.


Zunächst ist es wichtig, sich klarzumachen, dass die eigene innere Einstellung wichtiger ist als die Übungen, die man später absolvieren kann. Mit der richtigen Einstellung und der passenden Technik kann man dann (fast) alles erreichen. Das heißt, Präsenz, Körpersprache und Timing braucht man immer, für jede Übung und unabhängig davon, wie weit fortgeschritten man im Natural Horsemanship ist. Man braucht eine Basis, auf der man aufbauen kann. Darum geht es in diesem Blogartikel.


Neben gewissen Grundvoraussetzungen wie der körperlichen und geistigen Gesundheit von Mensch und Pferd und einem Übungsplatz braucht der Mensch eine Präsenz, mit der er auf das Pferd wirken kann. Das Pferd muss uns für würdig oder interessant genug halten, damit es uns überhaupt beachtet. Um diese Präsenz auszustrahlen, muss man sich seiner selbst bewusst sein und sich nicht von der Größe und Masse des Pferdes, der wir als Mensch unterlegen sind, beeindrucken lassen. Gehen wir zum Beispiel unbewusst einen Schritt zurück, wenn uns das Pferd zu nahe kommt, bedeutet dies für das Pferd erstmal: Ich bin der Ranghöhere, und der Mensch weicht mir aus. Denn bei Pferden ist derjenige stark, der viel Raum einnehmen kann und diesen auch verteidigt. Viele kennen das bestimmt auch unter: Wer bewegt wen? Auf das Beispiel übertragen bedeutet das: wenn uns das Pferd zu nahe kommt, müssen wir es zurück schicken. Das Pferd sollte unseren Raum respektieren.



Mit unserem Verhalten stellen wir Regeln auf, die für das Pferd nachvollziehbar sind und immer gelten. So werden wir aus Sicht des Pferdes zuverlässig, und es wird sich uns gerne anschließen.


Den eigenen Raum können wir uns wie einen großen Ball oder eine Kuppel um uns herum vorstellen, der sich aus der Körpermitte heraus in alle Richtungen erstreckt und je nach Situation mal mehr, mal weniger groß ist. Gehen wir nun mit unserer Präsenz und der Absicht: „du gehst mir aus dem Weg“ auf das Pferd zu, ‚prallt‘ das Pferd quasi von dem Ball, der uns umgibt, ab und weicht zurück. Genauso sollte man aber auch den Bereich des Pferdes tolerieren, denn wer schließt sich jemandem an, der respektlos und nicht bereit dazu ist, Kompromisse einzugehen?



Wenn man diese Präsenz einmal besitzt und von seinem Pferd als verantwortungsvoll wahrgenommen wird, hat man ganz nebenbei auch an seiner Körpersprache gearbeitet, die neben Präsenz und Timing auch eine wichtige Grundlage zur natürlichen Kommunikation mit dem Pferd darstellt.

Man unterscheidet die passive oder neutrale Körpersprache, die keine Wirkung auf das Pferd haben soll, und die aktive Körpersprache, die eine Wirkung auf das Pferd haben soll. Man könnte auch sagen, dass man bei der passiven Körpersprache keine Energie aufbaut und bei der aktiven Körpersprache Energie aufbaut. Es wäre ja total unpraktisch, wenn wir immer und in jeder Situation auf das Pferd einwirken würden, zum Beispiel beim Putzen.


Mit Timing ist gemeint, dass man im richtigen Moment aufhört, auf das Pferd einzuwirken. Der richtige Moment ist der, in dem das gewünschte Ergebnis eingetreten ist. Zu Beginn einer Lektion loben wir schon die richtige Idee des Pferdes, wenn das Pferd einen Schritt in die Richtung des gewünschten Ergebnisses gemacht hat. Denn für das Pferd bedeutet das Ende des Einwirkens, dass der Mensch mit der erbrachten Leistung zufrieden ist.

Hört man mit der Einwirkung im falschen Moment auf, weil man zum Beispiel frustriert ist, denkt das Pferd, dass das, was es gemacht hat, richtig war und verhält sich beim nächsten Versuch genauso. Wenn der Mensch aber beim nächsten Versuch dasselbe Verhalten des Pferdes nicht belohnt und weiter Druck ausübt, wird der Mensch aus Sicht des Pferdes unzuverlässig oder sogar unfair, weil es Hilfe und Reaktion nicht eindeutig miteinander verknüpfen kann. Deshalb ist es wichtig, auf das richtige Timing zu achten.


Seine Präsenz, Körpersprache und Timing zu schulen ist ein sinnvoller Weg, mit dem Natural Horsemanship anzufangen und sich auf eine spannende Reise zu begeben.


Eure Dorothee


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