• Alexandra Just

Die Horsemanship-Ausrüstung

Zur Horsemanship-Ausrüstung gehören

  • ein gut sitzendes und qualitativ hochwertiges Knotenhalfter, entweder mit (zum Reiten) oder ohne Ringen (zur Bodenarbeit), für ca. 25-35 Euro je nach Ausführung

  • ein Leitseil von mind. 3,70m (ich nehme immer 4-4,50m Länge) mit Lederende und ausgewähltem Karabiner, für ca. 30-40 Euro je nach Ausführung

  • ein Horsemanstick mit Seilchen, Länge passend zur Körpergröße und Anwendungszweck (Reiten oder Bodenarbeit, trainiertes oder "Problem"-Pferd), für ca. 45 Euro

  • Handschuhe

  • evtl. Zügel zum Einhängen in die Ringe des Knotenhalfters, wenn man Reiten möchte, für ca. 30-40 Euro je nach Ausführung


Das Knotenhalfter (Seilhalfter)

Das Knotenhalfter besteht aus einem ca. 6 mm dicken Seil, das wie ein Halfter getragen und mit einem speziellen Knoten kurz oberhalb der Ganasche geschlossen wird.

Außerdem verfügt das Knotenhalfter i.d.R. über insgesamt 4 seitliche Knoten (2 unterhalb der Gesichtsleiste und 2 am oberen Teil der Ganasche) sowie 1 Knoten mittig unterhalb des Kopfes. Die Knoten wirken bei Zug des Leitseils auf sensible Druckpunkte am Kopf des Pferdes, weshalb der Einsatz des Knotenhalfters nicht ganz unumstritten ist. Es gibt auch Knotenhalfter mit zwei zusätzlichen Knoten seitlich der Nase des Pferdes, mit entsprechend zusätzlicher Druckwirkung.


Folgende Dinge sind unbedingt bei der Verwendung eines Knotenhalfters zu beachten:

  • Das Knotenhalfter muss dem Pferdekopf passen und richtig angelegt werden, da sonst die Nervenausgänge am Pferdekopf empfindlich gequetscht werden.

  • Durch das dünne Seil wirkt ein Knotenhalfter deutlich präziser aber auch schärfer als ein normales Stallhalfter. Es gilt: Je dünner das Seil, desto schärfer die Wirkung.

  • Pferde sollten direkt zu Beginn lernen oder vorher gelernt haben, auf Druck des Knotenhalfters nachzugeben, damit sie nicht gegen den Druck gehen und sich Schmerzen und Verletzungen zufügen.

  • Ruckartige Zug-Bewegungen sind zu vermeiden. Ziel ist es, nur sanft Zug oder Druck über das Knotenhalfter auszuüben. Wenn das Pferd die Grundübungen beherrscht, genügt bereits das Gewicht des Leitseils am Halfter, um dem Pferd Signale zu übermitteln.

Korrekt angebrachtes Knotenhalfter

Die seitlichen Knoten müssen 2 Finger breit unterhalb der Gesichtsleiste sitzen. Das Knotenhalfter darf nicht zu lose sitzen, sonst rutscht das Knotenhalfter hin und her, und die Einwirkung wird ungenau.


Stallhalfter sind meist nicht geeignet für die Horsemanship-Arbeit, da sie sehr lose sitzen und keine präzise Einwirkung ermöglichen. Der Effekt wird verstärkt, wenn Stallhalfter einen beweglichen Ring unterhalb des Kopfes haben. Mit solchen Halftern kann man keine gezielten Impulse geben.







Der Halfterknoten

Es ist wichtig, den Halfterknoten richtig zu schließen, damit sich das Halfter nicht löst. Das lose Ende des Seils wird vom Genick des Pferdes kommend von hinten nach vorne durch die offene Schlaufe geführt, dann hinter der Schlaufe Richtung Pferdenase und dann wieder zurück durch die so entstandene zweite Schlaufe (siehe Abbildungen). Wenn euch das zu kompliziert ist, haben wir das auch nochmal im Youtube-Video erklärt (siehe unten).


Das Leitseil

Das Leitseil ist ein 3,70-5 m langes Arbeitsseil von ca. 14 mm Durchmesser mit einem Lederende, das mit einem Karabinerhaken an dem Knoten unter dem Pferdekopf befestigt wird. Ich verwende, je nach Anwendungsfall, ein 4m oder ein 4,50m Seil.


Das Seilende kann dazu eingesetzt werden, Energie auf den Pferdekörper zu übertragen und damit ein Bewegungssignal zu senden. Das Lederende gibt die Möglichkeit, die Energie entweder zu steigern oder zu fokussieren. Das Leitseil wird so gehalten, dass es jederzeit möglich ist, es loszulassen. Bitte auf gar keinen Fall Schlaufen um die Hand legen. Die Führhand (die dem Pferd zugewandte Hand) greift auf das Seil. In dieser Position hat man eine effektivere Einwirkung und kann schneller reagieren. Viele greifen das Seil mit der Hand von unten.

Die Wahl des Karabiners hat auch eine Konsequenz auf den Grad der Einwirkung aufs Pferd. Je schwerer der Karabiner desto höher ist der Druck auf die Druckpunkte am Pferdekopf, der bereits ohne bewusste Einwirkung durch das Eigengewicht des Seils entsteht.


Horsemanstick

Der Horsemanstick ist ein 90-120 cm langer Stock aus Kunststoff oder Fiberglas mit einem abnehmbaren Seilchen (6 mm Durchmesser) am Ende. Gegenüber einer Gerte hat der Stick einen entscheidenden Vorteil. Er hat kein Eigenleben und überträgt immer nur die Energie, die wir ihm mitgeben, weil er nicht mit- oder nachschwingt. Damit gelingt die Kommunikation genauer und effektiver.


Handschuhe

Zu jeder Trainingseinheit sollte man Handschuhe tragen. Sie beugen Verletzungen vor. Auch bei gut ausgebildeten Pferden kann es vorkommen, dass sich das Pferd erschrickt, am Seil zieht oder sich losreißen will. Dann muss man schnell und gut zupacken können, ohne dass einem das Seil durch die Hände gezogen wird. Wer dadurch schon einmal mit wunden Händen oder Brandblasen zu tun hatte, weiß, wovon ich spreche.


In diesem kurzen Erklärvideo auf Youtube könnt ihr euch alles nochmal anschauen.


Viel Spaß beim Training mit euren Pferden wünschen euch

Dorothee und Alexandra


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